Mit einer Ausbildungsplatzumlage zu mehr Ausbildungsplätzen?

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02.03.2026    
18:00 - 19:30
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OSZ Kraftfahrzeugtechnik
Gierkeplatz 1+3, Berlin, 10585

Berlin leidet unter eklatantem Fachkräftemangel. Dennoch bleibt in der Stadt ein erheblicher Teil der Qualifizierungs­potentiale ungenutzt. Vielen Jugendlichen gelingt kein Zugang zu beruflichen Qualifikatio­nen. Drei Faktoren sind dafür vorrangig verantwortlich:

  • 1) ein regionales Defizit an betriebli­chen Ausbildungsplätzen und subsidiären Ausbildungsplatzangeboten;
  • 2) die geringe Ef­fektivi­tät und Transparenz des sogenannten Übergangssektors, der Bil­dungs­gänge und Programme zur Förderung des Übergangs von der Schule in berufliche Bildung bietet;
  • 3) eine wenig be­lastbare Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler bis zum Abschluss der 10. Klasse, die auch zu Passungsproblemen zwischen Angebot und Nachfrage führt.

Die berliner wirtschaftsgespräche e.v. werden bis zum Sommer 2026 mit einer Veranstaltungsreihe ausleuchten, welche (im Koalitionsvertrag geplanten) Fortschritte bei den drei genannten Problemen in der zu Ende gehenden Legislaturperiode erreicht worden sind.

Zur Verringerung des Ausbildungsplatzdefizits haben das Berliner Bündnis für Ausbildung und die Senatskoalition das Ziel formuliert, bis zum Jahresende 2025 die Zahl der Ausbildungsverträge im dualen System um mindestens 2.000 zu erhöhen. Für den Fall, dass dieses Ziel nicht erreicht wird, ist „eine gesetzliche Regelung zur Einführung einer Ausbildungsplatzumlage“ verabredet, mit der Kostenbelastungen zwischen ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben zumindest teilweise ausgeglichen werden sollen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde im Juli 2025 von den Koalitionsfraktionen vorgelegt.

Die vorgeschlagene Ausbildungsplatzumlage erregt die politische Debatte. Während Befürworter in ihr ein Instrument zur gerechteren Verteilung von Ausbildungskosten und damit einen Anreiz zu mehr Ausbildungsplätzen sehen, kritisieren Gegner sie als bürokratisches Monstrum, als Anreiz zum Freikauf von einer moralischen Ausbildungsverpflichtung und als Zusatzbelastung für Betriebe, die als Ausbildungsbetriebe nicht in Frage kommen.


Einführung:

  • Prof. Dr. Susan Seeber, Universität Göttingen

Es diskutieren:

  • Micha Klapp, Staatssekretärin für Arbeit und Gleichstellung
  • Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin

Moderation:

  • Dr. Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär a.D., Bundesministerium für Arbeit und Soziale

Die berliner wirtschaftsgespräche e.v. wollen mit der ersten Veranstaltung der genannten Reihe zur Einordnung und Versachlichung dieser Debatte beitragen. Befürworter und Gegner sollen zu Wort kommen. Vor allem aber sollen in breitem Umfang Fakten präsentiert und diskutiert werden, die helfen, Pro- und Contra-Argumente einzuordnen und zu bewerten.

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